Der letzte Post, jawoll, wirklich


Robbie ist nicht Frank und Paul ist auch nicht mehr.


Liebe Blog-Freunde

Bitte zum Lesen das Video laufen lassen. Das machts emotionaler. Bitte.

Ok, heute ist es also soweit. Das ist der letzte Post von Paul Reinzeichner. In anderthalb Jahren habe ich genau 220 Beiträge über das Werbegeschehen in der Schweiz geschrieben.

Mit diesem Blog habe ich mir nicht nur Freunde gemacht. Aber das war ja auch nicht das Ziel. Es sollte Spass machen und das hats bis heute.

„I did it my way“ ohne Rücksicht auf Kunden, Berufskollegen oder einen möglicherweise verärgerten Chef.

Es ist darum besser, bleibt der Paul ohne Gesicht, ohne Postanschrift und damit auch ohne einen Auftritt in der wirklichen Welt.

Euch hats auch gefallen, wies scheint: Die mittlerweile über 750 Besuche pro Tag sind ein formidables Ergebnis. Die stets steigenden Zahlen waren eine grosse Motivation dran zu bleiben.

Also dann. Die Site bleibt online, kommentieren ist auch weiterhin möglich. Ich wünsche Euch auch in Zukunft viel Vergnügen mit guter und schlechter Reklame.

Nun ja. Ein bisschen wehmütig macht mich der Abschied schon. Darum: Cut, aus, Vorhang, keine Zugabe. Das wars. Tschüss zusammen.

Euer
Paul Reinzeichner

Warum wird die Qualität der Werbung nicht kritisiert?

Schweinebauch
Quelle: Werbeblogger.de

Redaktionen kritisieren Politiker, Behörden, Sportler, Gewerkschafter, Wirtschaftsführer, Wissenschaftler. Aber: Niemand wagt sich an die Werbung.

Ich meine hiermit nicht die Diskussion um Werbeverbote, sondern eine Auseinandersetzung mit der Qualität.

Dass das so ist, hat natürlich seinen Grund. All die Medien die wir konsumieren, ob kostenlos, mit Werbung subventionierten Abos oder durch staatliche Gebühren, leben mehr oder weniger von den Reklamegeldern.

Und darum ist es für sie auch ein absolutes Tabu, die Qualität der Werbung ihrer Auftraggeber zu tadeln.

So wird halt jeder Schrott gesendet, rausgehängt und abgedruckt, Hauptsache es fliesst Geld in die Kasse. Egal obs dem Volk auf den Sack geht oder nicht.

Der Letzte der es sich leisten konnte, nur der Redaktion genehme, ästhetische Inserate zu schalten, war Tyler Brulé als er mit Wallpaper im Aufschwung war.

Werbung kritisch auseinandernehmen? Das kann anscheinend nur ein nicht-kommerzieller Blog. So wie in Deutschland Werbeblogger.de. Oder in der Schweiz der Paul. Aber nur noch bis übermorgen.

Vielleicht übernimmst ja Du jetzt? Falls jemand einen kritischen oder auch humorvollen Blog über Werbung startet oder bereits am laufen hat und noch etwas Traffic brauchen könnte, bitte einfach den URL hier als Kommentar eingeben oder an meine E-Mail-Adresse schicken: paulreinzeichner@gmail.com.

Rückschau: Top und Flop

Das Ende des Reklame-Blogs ist ein guter Zeitpunkt für eine Rückschau. Hier nochmals Pauls Tops und ein Flog aus der Spot-Schublade. Zuerst zu den Guten.

Der Fleurop-Spot ist ganz grosses Kino in 60 Sekunden. Das sind Emotionen. Hier den damaligen Originalbeitrag abrufen.



Auch zeitlos schön und immer wieder toll anzuschauen ist der Swiss-Spot. Wie Ferien, nur günstiger. Blog-Post von damals.



Und dann noch der da. Hier der Post dazu.



Auch in positiver Erinnerung bleibt mir der Spot der Snowboard-Garage, die Parodie auf den vor längerem beschriebenen Bettwaren-Fischer-Spot, den ich auch gut finde. Darum hier gleich beide.

Original



Originell



Da ich mehr positive als negative Beispiele beschriebe habe, hier darum auch nur einer aus der unteren Hälfte. Von ganz unten.

Der Tiefpunkt ist dieser LC1-Spot. Und der läuft und läuft und läuft. Hat wohl positiv getestet, bei wem auch immer. Hier den Post aufrufen.



Aber irgendwie muss ich ihn trotzdem immer wieder schauen, wenn er läuft. Komisch, ich bin doch nicht blöd!?

Leu sucht ein Logo, Paul gibt nochmals alles

Der Leu sucht ein neues Logo für sich und seinen Blog. Dafür hat er einen richtigen Design-Wettbewerb ausgeschrieben.

Es lockt eine CS3-Suite, Ruhm in der Szene und die Ehre für einen der grossen Schweizer Blogger etwas Brauchbares abgeliefert zu haben.

Da mache ich doch gleich mit, habe ich mir vor gut 1.5 Stunden gesagt. Und dieser Vorschlag ist dabei herausgekommen. Der ist jetzt grad unterwegs per Mail.

Leu-Logo-Eingabe-von-Paul-Reinzeichner

Migros: Alle Spots auf Youtube

Migros-auf-Youtube

Die Migros hats begriffen. Youtube ist ein Medium. Und erst noch kostenlos. Alle Werbespots werden auf drei Sites verteilt angeboten:

Image-Spots
Produkte-Spots
Models-Kampagne

So erschliesst sich die Migros ein breites Publikum, das Werbung als Unterhaltung begreift. Das funktioniert natürlich nur, wenn man auch Spots zu bieten hat, nach denen jemand sucht. Und bei Migros ist dies der Fall.

Das hats auch Trouvaillen drunter. Spots die ich noch nicht kannte. Hier so eine Entdeckung:



+ + + Nachtrag + + +

Es gibt sogar noch zwei Känäle mehr auf Youtube:

www.youtube.com/migrosM08
http://www.youtube.com/migrosdoitgarden

Knorr: Vie bitte?

Sado-Maso-Dringg

Der strenge Drink für Masochisten

Es musste ja so kommen. Wie haben wir das verdient? Sogar in der fast werbefreien Zeit zum Jahresanfang bringt es ein Konsumgütler fertig eine Kampagne komplett in den Sand zu setzen.

Was hat denn diesen Produktmanager geritten - oder besser wer, muss hier wohl die Frage sein.

Darf ich raten: Man wollte einmal etwas total anderes von der Agentur. Herausgekommen sind Sujets, die krampfhaft versuchen, originell zu sein.

Was sollen die Figuren da, mich vom Drink fernhalten? Die Botschaft ist doch ganz einfach: Jetzt 21 Tage testen, bei Unzufriedenheit Geld zurück. Dann sagts doch einfach.

Zum Glück ist das Logo so klein, so richtet die Kampagne wenigstens keinen Schäden an. Ich wünsche allen Beteiligten ausreichend Abwehrkräfte gegen schlechte Verkaufszahlen und gute Besserung für die Nach-Paulsche-Zeit.

Ende Monat höre ich auf

Das-wars-dann-bald

Nachdem ich mit diesem Blog berühmt und steinreich geworden bin, höre ich Ende Monat auf.

Ich ziehe mich zurück auf die Finca in Andalusien, produziere einen von der Fachwelt zwar verschmähten, weil total verkannten Wein, trockne handverlesene Tomaten, presse feines Oliven-Öl und geniesse das pralle Leben.

Nein, so ists natürlich nicht. Ich mag ganz einfach nicht mehr so richtig weiterbloggen. Es gäbe zwar noch viele zu kleine Logos und untergegangene Botschaften zu kritisieren.

Man soll aber aufhören, wenns (noch) am Schönsten ist. Am 31. Januar fällt der Final Curtain.

Euer
Paul Reinzeichner

Mercedes: Stilsicher wie auf Schienen



Der Spot ist bereits Ende 2007 gelaufen. Mercedes wirbt saisongerecht mit dem Allrad-Antrieb 4-matic.

Dass es 4x4-Benzen gibt, wissen wir ja. Und weil die Botschaft ziemlich langweilig ist, drängte sich eine spezielle Inszenierung auf. Die hat man mit der eleganten Acappella-Combo im Wald gefunden.

Ich frage mich ja, wie die Agentur so eine Idee dem Kunden präsentiert hat. Das muss man zuerst mal verkaufen können! Und für den Kunden spricht, dass man das so zulässt. Andere Beispiele gibt’s ja genügend.

Ein Zeichen dafür, dass ein Werbespot Aufmerksamkeit erreicht hat, sind Parodien und Verarschungen. Hier die Bayern:



Und da die Japaner:

Wie bin ich ein gut angezogener Werber?

Wie-werde-ich-Werber?

Als richtig guter Werber muss man sich in die Zielgruppe versetzen können, die Bedürfnisse des Kunden begreifen, aber vorallem auch gut aussehen. Und hier kann natürlich wieder allerlei daneben laufen.

Nachdem wir mit dem Auto gut angekommen sind, sollten wir auch mit unserer Kleidung die gewünschte Wirkung bei unserer Peer-Group erzielen.

Auch bei der Oberbekleidung gilt, dass Marken mit gewachsener Substanz zu bevorzugen sind. Sichtbare, gar aufgedruckte Label sollten tunlichst vermieden werden.

An die Kolleginnen: All die Kitsch-Labels von südlich der Alpen sind nicht tragbar. D&G und Gucci und nicht zu vergessen Cavalli. Gerade der geht ja überhaupt nicht.

Cavalli-traegt-keine-mit-Stil

Gut ist alles, was schlicht und ohne Bling-Bling daher kommt. Keine Diskussion zu Lisbeth Egli jetzt.

Auch die Herren müssen sich zurückhalten. Ein dunkler Anzug, ein weisses Hemd mit ohne Kravatte getragen reicht völlig aus:

Ganz-einfach-ist-das

Auch bei der Uhr sollte man wissen what time it is. IWC war mal. Nach dem 295ten Sondermodell der Speedmaster fällt Omega auch weg. Von den neuen kommt Hublot nicht in Frage. Dann halt ein Vintage-Modell:

vintage-tag-heuer

Bei den Schuhen bietet sich von den einheimischen Marken nur Bally Scribe an.

Bally-Scribe

Brille: Nein, nicht Fielmann, sondern Burrioptik. Die führen zum Beispiel das Schweizer Label Götti:

Brille-von-Goetti-bei-Burri

Geht doch. Und: Die klischeehaften Erwartungen beim Auftritt am Kundenevent dürfen durchaus befriedigt werden. Der Auftraggeber kauft mit den 17.65% ja nicht nur eine Kampagne, sondern ein Gesamtpaket. So habe ich das auf jeden Fall heute morgen wieder verstanden.

Radio 1: Jetzt schon auf der Erfolgswelle

Radio-1-Werbung

Heute um 10 Uhr hat Roger Schawinski das Übergangsprogramm aufgeschaltet. Das Musikprogramm ist wirklich viel versprechend.

Seit heute Morgen ist auch das oben aufgehängte Plakat stadtweit zu sehen. Simpel und klar die Botschaft. Das Logo ist langweilig. Der Claim gefällt mir sehr gut.

Trotzdem habe ich noch etwas anzumerken. Ich hätte da etwas mehr Roschee reingepackt. Um den gehts hier ja. Hier Pauls Version.

Radio-1-Werbung-von-Paul-Reinzeichner

Denn trotz der breiten Berichterstattung in fast allen Medien bin ich mir sicher, dass nicht alle das neue Logo dem Schawi-Sender zuordnen können.

Auch gut: Gestern Abend durfte Roger Schawinski seinen Sender gleich persönlich auf "Tele Züri" im Sonntalk ankündigen. Und Markus Gilli hat seinem alten Weggefährten heute auch noch einen Testimonial-Spot auf "Radio 1" gewidmet. Schön, dass der Herr Kall das zulässt - wenn er denn gefragt wurde.
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