28. Februar 2007
Juan Isidro Casilla, Promi, Werber, Musiker, Künstler?

Heute berichtet Persönlich und andere Medien über den Coup von Juan Isidro Casilla, der im SI-Style, im Heute und in der Sonntagszeitung je eine gefälschte Anzeige für Mode-Brands geschaltet hat. Und de Bescht: Der Auftraggeber setzt sich gleich selber als Model in Szene.
Verstecken tut er sich also nicht. Was will er dann? Berühmt werden. Das wäre geschafft. Besser für ihn, seine Reputation und berufliche Zukunft wäre es, wenn er Publizistik-, Soziologie- oder Kunststudent wäre und die ganze Geschichte als Performance mit künstlerischem Wert und Hintergrund verkaufen könnte. Ein Fall für das Dada-Museum?
Der entstandene Schaden wird auf 100'000 Franken geschätzt. Ja, liebe Verlage, wenn man den Tarif nimmt schon, aber rechnet doch nochmals nach. Das bisschen Papier und die halbe Stunde für das Annehmen und Abwickeln des Auftrages kann ja nicht die Welt kosten. Hoffentlich treten die für gewöhnlich eher humorlosen Juristen der Luxusmarken nicht auch noch nach.
Der Mann kann und wagt noch mehr: So sind auf Youtube zahlreiche Videos unter dem ebenfalls geklauten Künstlernamen Chayanne aufgeschaltet.
Das finde ich alles ganz toll. Mangelnde Motivation kann man ihm nicht vorwerfen und auch handwerklich sind die Aktionen perfekt umgesetzt. Ich bin gespannt, was jetzt passiert.
N A C H T R A G
Heute war Juan Isidro Casilla als Gast im Talk-Täglich auf Telezüri. Er hat sich entschuldigt. Seine Tat bereut er. Das Problem liegt in der Kindheit. Der Antrieb war ein übermässiges Verlangen nach Anerkennung. Der junge Mann schien sehr verunsichert. Hie und da gabs ein schelmisches Grinsen, man konnte sich kaum vorstellen, wie er all das mit dieser Professionalität auf die Reihe kriegte.
Die Tournee dürfte fürs erste zu Ende sein. Hier noch eine Zugabe. Ja, das ist er, nein, das singt er nicht selber.











